Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Leopoldina Akademie Freundeskreis e. V. laden herzlich zur gemeinsamen Herbstveranstaltung 2026 ein.
Mittwoch, 14. Oktober 2026, 18:00 Uhr
gegen 19:00 Uhr kleiner Empfang
Leopoldina, Hauptgebäude, Vortragssaal
Jägerberg 1
06108 Halle (Saale)
Innerdeutscher Austausch in der Leopoldina bis in die 1990er Jahre
Beobachtungen nach zehn Zeitzeugen-Interviews
Es spricht Dr. Axel Doßmann vom Lehrstuhl für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte am Historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Ein seit Herbst 2025 vom Leopoldina Akademie Freundeskreis finanziertes und inzwischen weitgehend abgeschlossenes Projekt widmet sich der Geschichte der Leopoldina in der Zeit der DDR. Im Mittelpunkt stehen die Perspektiven von Zeitzeugen auf die Akademie und ihre Bedeutung, insbesondere für den innerdeutschen und internationalen wissenschaftlichen Kontakt und Austausch.
Im Rahmen des Projekts wurden leitfadengestützte Interviews mit Mitgliedern sowie einem Mitarbeiter geführt, die die Aktivitäten der Leopoldina in der DDR miterlebt und mitgestaltet haben. Ziel ist es, ein qualitatives Bild der damaligen Austauschpraktiken zu gewinnen. Dabei ging es unter anderem um die Fragen: Welche Rolle spielte die Leopoldina für innerdeutsche und internationale Kontakte vor dem Hintergrund begrenzter Kontakt- und Reisemöglichkeiten? Welche Funktionen hatten die Jahrestreffen der Leopoldina für den wissenschaftlichen Austausch und die Vernetzung der Teilnehmenden?
Das Projekt möchte dabei nicht nur individuelle Erinnerungen und Deutungen dokumentieren, sondern auch institutionelle Funktionsweisen, Netzwerke und Handlungsräume der Akademie und ihrer Mitglieder in einem politisch-wissenschaftlich restriktiven Kontext rekonstruieren.
Bislang hat sich die historische Forschung zur Leopoldina nur wenig mit den Lebens- und Berufserfahrungen ihrer Mitglieder und Mitarbeitenden in und mit der DDR beschäftigt. Angesichts des Alters derjenigen Zeitzeugen, die aus eigener oder unmittelbarer Anschauung über die Begegnungen und Erfahrungen insbesondere in den 1970er und 1980er Jahren berichten können, war es daher wichtig, die Oral-History-Interviews zum jetzigen Zeitpunkt professionell vorzubereiten und durchzuführen.
Die Interviews führte der Historiker Dr. phil. Axel Doßmann, der seit 2007 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena lehrt und forscht.
Im Anschluss an die Veranstaltung laden wir zu einem kleinen Empfang ein.